Schmutz

On 26. Februar 2013 by admin

26.02. 2013 –

Ein lästiges Phänomen beobachte ich, wannimmer Tauwetter auf unserer Hundetobewiese einsetzt: Binnenwatt. Die oberste Grasnarbe verflüssigt sich, der Unterboden indes bleibt noch eine Weile steinhart gefroren und lässt das Wasser nicht versickern.

Das Ergebnis sind Pfützen und Schlickstreifen, sogar am Hang – entgegen der im übrigen Jahr geltenden physikalischen Gesetze. Was hingegen einwandfrei ganzjährig funktioniert, ist die Adhäsion. Auch wenn meine Fellnasen nur zum nächsten Busch und wieder zurück laufen, der Matsch klebt zuverlässig unter zwei mal vier Pfoten, die dann auf dem Wohnzimmerlaminat lustige Muster stempeln – trotz Eingangskontrolle.

Ich sollte die Gelegenheit nutzen. Ich sollte den Fußboden für einen Tag großräumig mit Leinwand auslegen und die beiden nach Herzenslust toben und schliddern lassen. In handliche Formate zerteilt könnte ich das Ganze dann auf dem Kunstmarkt für schurkige Preise verscheuern. Tierkunst soll ja ganz erfolgreich sein. Und was Katzen und Affen können, schaffen meine beiden Chaoten wohl auch noch. Schade aber, dass sie nur in braun-weiß “malen”, das könnte die Preise verderben.

Deshalb habe ich auch noch keinen Kontakt zu einem Agenten aufgenommen und schaue den Hunden stattdessen lieber beim Schlickrutschen zu.

Wann setzt endlich wieder Ebbe ein? Und wann wohl fängt das Gras wieder an zu wachsen? Viel länger hält der Rasen das nicht mehr aus. Binnenwatt hin oder her, nach Weltkulturerbe sieht das hier nämlich nicht aus, eher nach einem Truppenübungsplatz. Armes Auenland.

Verzagt, Antje Ortmann

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